St. Anna – Keimzelle der heutigen Stadt Verl

Mit dem Bau der Annenkapelle begann 1512 die eigentliche Siedlungsgeschichte der heutigen Stadt Verl. Um diese Kapelle entstand im Laufe der Zeit die heute noch vorhandene Kirchringbebauung. 1577 wurde das Verler Kirchspiel eigenständig. Die Kapelle kam an ihre räumlichen Grenzen und wurde um 1650 erheblich erweitert.
Den Neubau einer größeren St.-Anna-Kirche genehmigte Fürst Wenzel Anton von Kaunitz-Rietberg im Jahre 1792. Die Gestaltung als klassizistische Hallenkirche wurde von ihm festgelegt. Eine wesentliche Veränderung erfuhr St. Anna in den Jahren 1933-37 durch die West-Ost-Ausrichtung, die Erweiterung und Neuausstattung. Weitere Renovierungen folgten zunächst durch Pfarrer Hans Hermann Wibbe 1983/84. Im Jahre 2005 wurden unter Pfarrer Hermann Josef Hölscher das Geläut und der Glockenstuhl erneuert, 2013-14 folgte die Renovierung des gesamten Kirchengebäudes.
Im Innenraum der heutigen St.-Anna-Kirche stehen drei barocke Altäre. Auf der linken Seite befindet sich der Marienaltar, rechts der Annenaltar. Den Hauptaltar von 1933 ziert ein Christkönig-Bild des Malers Heinrich Repke (Wiedenbrücker Schule) mit bäuerlichen Personen und Handwerkern des Verler Landes. Die Bilder des Kreuzweges und die Apostelbilder an der Decke stammen ebenfalls noch von Heinrich Repke.
Die erneuerte Orgel mit nunmehr 40 Registern wurde am 28. November 2015 feierlich eingeweiht. Noch heute erinnert eine Inschrift am Westgiebel an Wenzel Anton Fürst von Kaunitz Graf zu Rietberg 1792.