Jakobsweg-Variante
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Jakobsweg-Variante Pilgern in und um Geseke

Jakobsweg-Variante

Alle Wegpunkte

Start: Marktplatz 1, 59590 Geseke

Ziel: Marktplatz 1, 59590 Geseke

Empfohlen für: Zu FußFahrrad

Länge: ca. 10 Kilometer (Rundweg)

Dauer (Zu Fuß): 2,5 Stunden reine Gehzeit

Dauer (Fahrrad): 1 Stunde

Schwierigkeitsgrad: einfach, eben, komplett asphaltiert

Beschreibung:

Es gibt ihn nicht: den einen „richtigen“ Jakobsweg! Und nicht nur dort kann man „richtig“ pilgern. Um sich erste Erfahrungen mit dem Pilgern zu gönnen, muss man nicht hinaus in die Ferne, sondern kann vor der eigenen Haustür starten.
Sehr bekannt ist zwar der Camino Frances, doch gibt es in ganz Europa Jakobswege. Auch in Deutschland und eben auch hier bei uns in Westfalen finden wir Pilgerwege mit diesem Namen – sogar 1000km in NRW. Gemeinsam ist jedoch all diesen Wegstrecken eines: sie führen alle zu dem berühmten Ziel Santiago de Compostela mit dem Grab des Apostels Jakobus. Ein ganzes Wege-/Straßennetz steht den Pilgern zur Verfügung und dies ist eine der vielen Interpretations-Möglichkeiten für die Symbolik der Muschel. Sie ist das Erkennungszeichen der Jakobspilger und könnte das Streben aller Wege hin zu einem festen Zielpunkt darstellen.

Santiago de Compostela können und wollen wir bei dieser Pilgertour durch unsere Heimat zwar nicht erreichen, aber wir möchten unterwegs sein, suchen und entdecken und immer wieder innehalten. Bekannte Sätze wie „Der Weg ist das Ziel“ oder „Man wandert mit den Füßen, aber man pilgert mit dem Herzen“ sind hier durchaus zutreffend.

Der Westfälische Jakobsweg führt von Höxter kommend über Paderborn, Salzkotten, Geseke und Soest nach Dortmund und mündet dort in den Weg von Osnabrück bis Aachen (Höxter-Aachen 400 km). Er verläuft entlang des Hellwegs, einer wichtigen historischen Handels- und Pilgerstraße. Der Hellweg ist ein Teilstück einer Fernstraße zwischen Nowgorod und Brügge, in Deutschland ist er die Verbindung zwischen Weser und Rhein.

Nachdem dieser Pilgerweg zunächst durch die Innenstadt von Geseke mit dem Stiftsbereich führt, geleitet er uns durch die Feldflur mit ihren vielen Gaben der Schöpfung zum Ortsteil Störmede. Dort geht es vorbei an einem Integrationsgarten, einem Schäferkarren als Pilgerherberge und der Pfarrkirche St. Pankratius. Nach dem Verlassen des Jakobsweges, der dann weiter in Richtung Soest führt, gehen wir zurück zur Kernstadt. Dort fällt uns gelebte Ökumene in Geseke auf: rechts die Straße „Martin-Luther-Weg“, links die Unterkünfte muslimischer Migranten und der Judenfriedhof als Erinnerung an schwere Schicksale.

Über einen Teil der alten Wallanlage kehren wir zurück zum Herrenhaus Thoholte im Stadtpark und zum Marktplatz.

„Ein Weg braucht nicht unbedingt ein Ziel, aber er braucht Plätze zum Innehalten.“ (Schild am Fuße der Wewelsburg).

Wegverlauf:

Wir starten auf dem Marktplatz in Geseke und gehen vorbei am ehemaligen Herrenhaus Thoholte durch den Stadtpark "Pastors Hölzchen". Nach der Überquerung der Wichburgastraße kommen wir vorbei an einem großen Wasserrad und betreten den früheren Stiftsbereich. Nach einigen Metern entlang des Geseker Teiches erreichen wir über eine Brücke auf der linken Seite die Stiftskirche St. Cyriakus, wo wir die Pieta "Maria
Schuss" besuchen (Wegpunkt 1).

Zurück am Teich gelangen wir durch die Franziskanergasse zur Bachstraße und gehen dort in südlicher Richtung hinauf bis zum Krankenhaus Hospital zum Hl. Geist. Hier kann der 1. Pilgerstempel erworben werden. Am Kreisverkehr stoßen wir auf den von Paderborn/Salzkotten kommenden Westfälischen Jakobsweg und gehen - begleitet von der gelben Pilgermuschel auf blauem Grund an Laternen- und Schilderpfosten - nach rechts bis zur B1 Erwitter Straße, die wir an der Fußgängerampel überqueren. Der Eringerfelder Straße folgen wir bis zur Gabelung und erreichen rechts auf dem Seuchenlinder Weg an einer T-Kreuzung die sogenannte Seuchenlinde (Wegpunkt 2).

Wenn wir dort rechts abgebogen sind, gehen wir weiter Richtung B1 und betrachten in der Feldflur die reiche Schöpfung um uns herum (Wegpunkt 3).

Nun ist Aufmerksamkeit gefordert, denn der Jakobsweg führt leider nach links weg, an der Bundesstraße entlang bis zum Ortsteil Störmede. Nach vorsichtiger Überquerung der B1 müssen wir über den Brenkerweg dorfeinwärts bis zum Steinweg. Auf der gegenüberliegenden Seite werden wir von einem Wegkreuz begrüßt, das wir rechts passieren. Durch die alte "Schulgasse" gelangen wir zu einem besonderen Projekt: unserem Integrationsgarten (Wegpunkt 4). Hier ist an Tischen und Bänken eine
Mittagsrast eingeplant. Im alten Kloster "Haus Nazareth" ist WC-Benutzung möglich und wir können nebenan einen gemütlichen Schäferkarren bestaunen, der Pilger zum Übernachten einlädt. Außerdem lockt ein weiterer Pilgerstempel, der in dem kleinen Supermarkt CAREKAUF nach einigen Metern links an der Hauptstraße beim Bäcker erhältlich ist.

Nach dem Integratiosgarten geht es rechts in die Kirchstraße, weiter über die Straße "Zum Schützenplatz" und "Rauher Weg" bis zur "Ehringhauser Straße", hier dann rechts in Richtung Geseke.

Die Strecke bis Geseke eignet sich für Gespräche ebenso wie für "Schweige-Etappen". Am Ortseingang von Geseke können wir dann Orte gelebter Ökumene finden. Unten am Judenfriedhof stoßen wir auf die Bönninghauser Straße, halten uns rechts bis zum Kreisverkehr und verlassen diesen an der 2. Ausfahrt.
Bereits nach wenigen Metern betreten wir links die ehemalige Wallanlage von Geseke = Nordmauer (Wegpunkt 5).

Über diesen Wall kommen wir bis zur Mühlenstraße, die wir überqueren und dann auf der Ostmauer weitergehen. An der Dr.-Adenauer-Schule erblicken wir wieder die Stadtkirche am Markt und verlassen den Wall. Nach einem Pilgersegen im Park ist ein gemütlicher Ausklang im oder am "Haus Thoholte" möglich.

Autor/-in: Beate Lehmenkühler

Dieser Weg führt den Pilger über ein Teilstück des Westfälischen Jakobsweges – aber auch vorbei an markanten Punkten in unserem pastoralen Raum. Immer wieder lohnt sich ein Innehalten und genaues Betrachten. Er ermöglicht Selbstreflexion im Einklang mit Gott und der Natur.

Verletzte Gottesmutter Stiftskirche St. Cyriakus Geseke

Der Marienaltar ist tägliches Ziel vieler Christen. Das Gnadenbild „Schmerzhafte Gottesmutter“ in der Stiftskirche St. Cyriakus ist eine hölzerne Pietà aus dem 15.Jh.  In den Wirren des 30jährigen Krieges wurde Geseke 1622 von den Truppen des Tollen Christian angegriffen. Einer der Soldaten, Ottfried Sadler, schoss aus Übermut auf die Marienstatue und beschädigte sie. In der Folge verlor er zunächst das Augenlicht, dann den Verstand und starb einige Tage später.

Seuchenlinde Krank und abgeschoben

Diese Linden stehen am ehemaligen Standort der Jakobus-Kapelle und später des Leprosenhauses. Warum führt dieser Jakobsweg nun gerade hier entlang? Man hat sich als Zielpunkte immer Jakobus-Kapellen und -Kirchen gewählt und die stand auch an diesem Stopp. Hier fand man von 1467-1587 eine kleine Kapelle, die dem Hl. Jakobus geweiht war = daher also diese Wegführung.

Feldflur Dank für die Schöpfung

Die Jakobsmuschel zeigt dem Pilger den Weg. Unser Weg führt uns hier durch Felder soweit das Auge reicht. So vieles wächst und gedeiht hier. Jetzt im Frühling sprießen die Feldfrüchte und stehen bald in voller Pracht / im Sommer ist die Zeit der reichen Ernte.

Integrationsgarten Syrische Kresse und afghanische Zwiebeln

Ein Rosenbogen verbindet alle Gartenbereiche. Über unseren Integrationsgarten stand im Sommer 2019 bei seiner Eröffnung in der Zeitung „Wo Melisse und Migranten wurzeln“. Ja, Wurzeln schlagen und sich hier wohlfühlen sollen unsere neuen Mitbürger – einige Familien aus Syrien und Afghanistan.

Grenzen geschützt oder gefangen?

Fachwerkhaus direkt am Wall Mauern und Grenzen und Wälle können einsperren und aussperren. Aber Grenzen wurden auch schon immer versucht zu überschreiten und dadurch entstanden und entstehen auch derzeit grausame Kriege.