„Römerfahrt“
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„Römerfahrt“Von Borgholz zur Klus Eddessen

„Römerfahrt“

Alle Wegpunkte

Start: Pfarrkirche St. Marien, Kirchstraße 1 (Borgholz), 34434 Borgentreich

Ziel: Klus Eddessen, 34434 Borgentreich

Empfohlen für: Zu Fuß

Länge: 6,4 km

Dauer (Zu Fuß): 1,5 Stunden Gehzeit

Schwierigkeitsgrad: Der Weg führt außerhalb der geschlossenen Ortslage sowohl über gut befestigte ebene Wirtschaftswege als auch über Gras- und Waldwege mit kurzen steilen Stellen, die bei nasser Witterung unbedingt festes Schuhwerk erfordern.

Beschreibung:

Die Klus Eddessen ist eine dem Heiligen Kreuz geweihte Kapelle mit Eremitenklause in einem Waldstück zwischen Bühne und Haarbrück, die von Einzelnen und Gruppen besucht wird, die dort Stille und Besinnung suchen und betend des Leidens Christi gedenken.

Anstelle des verbreiteten Kreuzwegs mit gewöhnlich 14 Stationen greift der hier vorgestellte Weg zur Klus die noch ältere Tradition der sog. „Römerfahrt“ mit nur sieben Stationen auf, die die für viele in früheren Zeiten nicht mögliche Wallfahrt zu den sieben Pilgerkirchen Roms „ersetzen“ sollte.

Wegverlauf:

Der Weg führt von der Pfarrkirche in nördlicher Richtung zunächst 350 m über die Kirchstraße und die Lange Straße, von der wir, dem Wegweiser „Stadthalle“ folgend, nach rechts in den Klingeler Weg abbiegen, über den wir den Ort verlassen und nach 700 m das erste Flurkreuz erreichen.

Von hier führt der Weg 250 m „querfeldein“ geradeaus weiter bis zu einer Scheune und von dort nach rechts 700 m über einen asphaltierten Feldweg, der allmählich in einen Grasweg übergeht und dann, an Büschen entlang 250 m abwärts, auf die B 241 führt. Dem Fuß- und Radweg nach links für 350 m folgend, treffen wir beim Naturdenkmal „Weißer Stein“ auf ein weiteres Flurkreuz.

60 m den Weg zurück, überqueren wir die Bundesstraße und folgen dem gegenüberliegenden Weg, der uns nach Passieren einer Unterführung an einem Wasserlauf entlang etwa 1 km durch das Lebersiek (von ahd. Leber = Binse und Siek = sumpfige Niederung) und dann, weiter dem Bachlauf folgend, 600 m durch den Wald führt. Nach einer Rechtskurve verlassen wir den befestigten Weg abwärts nach links, überqueren den Bachlauf und kommen nach einen kurzen steilen Aufstieg zu einem Bildstock mit Flurkreuz und – vorbei am Grab des „Alten Baron“ – nach 600 m an einer Wegkreuzung unter Linden zu einem weiteren Bildstock.

Auf dem zwischen Wald und Feldern verlaufenden Wirtschaftsweg erreichen wir nach 500 m wieder ein Flurkreuz und geradeaus weiter über den dann schmaleren Waldweg nach weiteren 500 m das Ziel, die Klus Eddessen.

Autor/-in: Martin Tilles

Seit Generationen pilgern Menschen aus der Umgebung zur Klus Eddessen. Der hier vorgestellte Weg stellt vor allem für Einzelne und kleine Gruppen eine gute Alternative zum an den „Klustagen“ traditionell begangenen Prozessionsweg dar, da er von Kfz befahrene Straßen konsequent meidet und so Gelegenheit für Ruhe und Besinnung bietet.

Pfarrkirche St. Marien Borgholz

Pfarrkirche St. Marien Borgholz. Die Silhouette der auf einem Höhenrücken ab 1290 im Auftrag des Paderborner Bischofs Otto planmäßig angelegten und befestigten einstigen Titularstadt Borgholz (seit 1975 Ortsteil von Borgentreich) wird weithin sichtbar beherrscht von der bis in die Gründungszeit zurückgehenden Pfarrkirche St. Marien (eigentlich: Mariä Verkündigung) mit ihrem frühgotischen Westturm (13.-14. Jh.; Chor und Turmportal um 1430, Schiff 1702/06).

Flurkreuz bei Borgholz

Flurkreuz in der Borgholzer Feldflur. Auf dem Weg von Borgholz zur Klus laden Flurkreuze und Bildstöcke – teils alt, teils neu – zu Gebet und Besinnung ein.

Flurkreuz auf dem „Weißen Stein“

„Weißer Stein“ mit Flurkreuz. Das steinerne Flurkreuz mit der Inschrift „Nur im Kreuze ist Heil“ auf dem „Weißen Stein“ an der Grenze zwischen Borgholz und Dalhausen stammt von 1859 (erneuert 2000).

Bildstock mit Kreuz am alten Klusweg

Bildstock mit neuem Flurkreuz auf dem alten Klusweg. Nach Überqueren des Lebersiek-Baches und einem steilen Anstieg kommen wir zu einem nicht datierten Bildstock (5. Station des ursprünglichen Klusweges), neben dem im Jahr 2001 auf einem älteren Sockel ein hölzernes Kleeblattkreuz mit dem Christusmonogramm und der Inschrift „Wir preisen dich, weil du durch dein Kreuz die Welt erlöset hast“ errichtet wurde.

„Grab des Alten Barons“

„Grab des Alten Barons“. Wohl einzigartig, aber leider kaum gepflegt, ist die am Waldrand gelegene Ruhestätte des früheren Landforstmeisters Adolf Freiherr von Amelunxen († 1957) und seiner Frau, bekannt als „Grab des Alten Barons“.

Bildstock unter Linden

Bildstock unter Linden am alten Klusweg. Zwischen zwei Linden befindet sich ein weiterer nicht datierter Bildstock (6. Station des ursprünglichen Klusweges), der in seiner jetzigen Form vom Ende des 19. Jahrhunderts stammen, in seinem Ursprung aber wesentlich älter sein dürfte.

Flurkreuz am Kluswald

Flurkreuz am Rand des Kluswaldes. Am Eingang des Kluswaldes wurde 1998 ein hölzernes Flurkreuz errichtet (Stifterinschrift auf der Rückseite), das die traditionelle, aus der Liturgie bekannte lateinische Inschrift „O crux ave spes unica“ (dt.: „O Kreuz, einzige Hoffnung, sei gegrüßt“) trägt.

Klus Eddessen

Klus Eddessen An dieser Stelle, im Wald zwischen Bühne und Haarbrück, befand sich im 11. Jh. der Ort Eddessen mit einer wohl dem Heiligen Kreuz geweihten Kirche. Um 1447 wurden der Ort und seine Kirche im Zuge der sog. „Soester Fehde“ zerstört und aufgegeben. Die kostbare Kreuzreliquie der Eddesser Kirche hatte jedoch vor Raub bewahrt und gerettet werden können, und es entstand eine kleine Kapelle nebst Klause für einen Einsiedler, die jedoch mit der Zeit verfiel und 1683 durch den heute dort befindlichen Bau ersetzt werden musste, der seit der Renovierung von Kirche (1856) und Eremitage (1860) die heutige Gestalt aufweist.