Grenzen überwinden
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Grenzen überwindenLicht sehen und Schatten bedenken

Grenzen überwinden

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Start: Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, Kirchstr.1, 59872 Meschede - Wennemen

Ziel: Evangelische Christuskirche, Schützenstr. 4, 59872 Meschede

Empfohlen für: Zu Fuß

Länge: 11 km

Dauer (Zu Fuß): 3,5 Stunden Gehzeit

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer; drei moderate Steigungen; festes Schuhwerk ist ratsam; Regenschutz und Rucksackverpflegung ist erforderlich, da unterwegs keine Einkehrmöglichkeit besteht.

Beschreibung:

Der Pilgerweg führt über Berg und Tal, vorbei an Wiesen- und Ackerflächen und größtenteils über Feld- und Waldwege. Herrliche Ausblicke, die Stille der Natur, der gepflegte Gutshof Stockhausen, das wunderschöne Wasserschloss Laer, die Birkenallee zum Klausenberg sind vielversprechende Besonderheiten.

Sie bieten den Raum für Meditation und innere Einkehr, lassen die Seele zur Ruhe kommen und öffnen den Blick für die Schönheit der Schöpfung.

Wegverlauf:

  1. Wir verlassen die Kirche St. Nikolaus durch das Seitenportal, wenden uns nach links, gehen über den Kirchplatz, steigen die Stufen hinab, gehen rechts am Pfarrheim vorbei den Hügel abwärts bis zu dem ersten Haus auf der rechten Seite. Wir halten inne.  (Fünf Stolpersteine des Künstlers G. Demnig erinnern an die jüdische Familie Ransenberg, die hier bis 1942 gelebt hat, dann von Nazis deportiert und ermordet wurde.)  Wir folgen der Gasse weiter abwärts, wenden uns nach links zum Gendarmenmarkt, gehen rechts auf der Dorfstraße in Richtung Südstraße, wenden uns nach links, gehen bis zur 2. Straße links und folgen der Vereinsstraße in einem Rechtsbogen bis zur Schützenhalle. An der Schützenhalle vorbei, im Linksbogen bis zur Straße „Zum Schneckenacker“ gehen rechts weiter, biegen in die 2. Straße rechts ein und kommen am Ende wieder auf die Südstraße. Nun wenden wir uns nach links und überqueren in Höhe der Bushaltestelle die Landstraße, gehen rechts und biegen in die rechte Geitenbergstraße ein. Wir folgen der Straße bis zum ersten Abzweig, biegen rechts auf den Feldweg, überqueren einen Seitenarm der Ruhr, gehen ein Stück parallel zur Bahnlinie und kommen zu einer Straße. Wir drehen uns nach links, folgen der Straße, überqueren die Brücke und gehen nach links in Richtung des Gutshofes der Familie von Stockhausen.
  2. Wir verlassen den Gutshof und gehen zurück, überqueren die Bahnlinie und folgen dem Weg nach einer Linkskurve am Waldrand entlang. Eine langgestreckte, ansteigende Rechtskurve führt an einem Hochsitz vorbei. Nach etwa 50 m folgen wir einem Feldweg nach links ins Gelände bis zum Waldrand, gehen links etwa 300 m am Waldrand entlang, wenden uns nach rechts und gelangen kurz darauf auf einen Forstweg. Wir wenden uns nach links, nehmen an der nächsten Weggabelung den 1. Weg ganz rechts und folgen dem Weg bergauf bis zur Landstraße. Wir gehen an der Landstraße etwa 50 m bergab, überqueren die Straße und erreichen auf der anderen Seite einen Waldweg, biegen bereits nach wenigen Metern links ab und gehen diesen Weg bis zur Birkenallee oberhalb von Schloss Laer. Wir besuchen die Kapelle von Schloss Laer. Dazu gehen wir abwärts, überqueren die Landstraße, gehen rechts an den Wirtschaftsgebäuden vorbei und erreichen das Tor zum Schloss. (werktags sind Tor und Kapelle  während der Arbeitszeit der gräflichen Verwaltung  geöffnet)
  3. Wir gehen zurück bis zur Birkenallee, folgen dem Weg bergauf und biegen oben angekommen an der Weggabelung nach links auf den Weg zur Klausenkapelle ein. Der Eingang zur Klause ist in der Regel offen, die Kapelle kann nur durch Gitterstäbe eingesehen werden. Ist die Klausnerin zu Hause, schließt sie die Kapelle gerne für ein Gebet auf.
  4. Wir verlassen die Klause und gehen geradeaus den Mescheder Kreuzweg bergab, kommen am Ende am „blutschwitzenden Heiland“ vorbei, folgen dem Weg bis zur Ampelkreuzung, überqueren die Arnsberger Straße, gehen an der Volksbank vorbei und weiter geradeaus bis zum Stiftsplatz mit der Stiftskirche St. Walburga.
  5. Wir verlassen die Kirche durch das Hauptportal, wenden uns nach rechts, gehen am Nebenportal vorbei und am Hauptschiff entlang. In dieser Richtung folgen wir dem Weg etwa 500 m weiter bis zur evangelischen Christuskirche. Am besten gehen wir auf der linken Straßenseite, überqueren die Hennestraße und den Mühlenweg und erreichen die Schützenstraße.

Autor/-in: Mechthild Lux

Landschaftlich schön gelegen, historisch bedeutsam und durch die Stille des Sauerlandes bietet der Weg auf den fünf Etappen die Möglichkeit, sich gedanklich mit dem Thema „Grenzen überwinden – Licht sehen und Schatten bedenken“ auseinander zu setzen.    Grenzen trennen,  Grenzen legen fest,  Grenzen schränken ein  –  wir ziehen Grenzen,  wir grenzen aus,  wir sind begrenzt.  Wir wollen unseren eigenen Grenzen nachspüren,  unsere Grenzen erkennen  –  Schritt für Schritt  –  der Veränderung entgegen.

Pilgern bedeutet:  Beten mit den Füßen.  Im Gehen finden wir zu uns selbst. Wir erinnern uns an Freude und Leid,  an Licht und Schatten in unserem Leben.  Wir bedenken unser Leben,  unser Zusammenleben,  die Verantwortung füreinander und unsere Beziehung zu Gott.

Welche Gedanken der Hoffnung begleiten dich in die Zukunft? Was erhoffst du für die Gemeinschaft der Christenfamilie?

Wennemen, St. Nikolaus

Die 1930 eingeweihte Kirche wurde durch ein neues Hauptportal mit Beichtkapelle rechts und Andachtskapelle links erweitert. Viele Gläubige zünden Kerzen vor der Pieta in der Andachtskapelle an und verweilen zu einem stillen Gebet. Die Pfarrkirche St. Nikolaus wurde 1930 eingeweiht. Über Jahrhunderte gingen die Gläubigen, die zum Kirchspiel Calle gehören, zum Gottesdienst in den benachbarten Caller Dom.

Gut Stockhausen

Bäume und Sträucher säumen den Wegesrand. Das Gut Stockhausen wurde im Jahre 997 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Seit etwa 1400 liegt der Besitz des Hofes in den Händen der Familie von Stockhausen. Diese übten 400 Jahre lang – mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung -  das Richteramt aus.

Kapelle Schloss Laer

Waldwege und die Stille der Natur stärken die Kraft der positiven Gedanken, lassen Durchatmen und Aufleben. Erstmals urkundlich erwähnt als Haus Laer im Jahre 1268 gehörte der Gutshof als Lehnsbesitz zum Damenstift Meschede. Im Mittelalter befand sich auf dem Gelände durch die Nähe zur Ruhr eine Wasserburg. Im Jahre 1602 kaufte Heinrich Graf von Westphalen das Gut und ließ es zu einem Wasserschloss umgestalten.

Klausenkapelle

Wer sich von Süden her auf die Klausenkapelle zu bewegt, sieht hinter der Mauer den Friedhof der Grafenfamilie von Westphalen. Der Friedhof wurde 1937 angelegt. Die Michaeliskapelle auf dem Klausenberg stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Kapelle wurde 1150 als schlichter romanischer Bau mit dickem Mauerwerk und Rundfenstern errichtet. Knapp 300 Jahre später (1425) wurde eine Klause angegliedert,  in der sich die erste Klausnerin (Jungfrau Kunnecke) niederließ. Immer wieder haben in der Klause fromme Frauen oder Männer gelebt – zeitweise allein oder auch als Glaubensgemeinschaft.

Stiftskirche St. Walburga

Die Pfarrkirche St. Walburga steht im Zentrum von Meschede. An dieser Stelle wird seit über 1100 Jahren Gottesdienst gefeiert. Bereits vor 1100 Jahren stand an dieser Stelle eine karolingische Pfeilerbasilika. Sie wurde – der Überlieferung nach – von Emhildis, der ersten Äbtissin des adeligen Damenstiftes in Meschede gestiftet.

Christuskirche

Die Christuskirche ist ein Saalbau und im Stil des Klassizismus errichtet. Der Architekt Hoffmann hat sich dabei an den Entwürfen der Berliner Vorstadtkirchen von Karl Friedrich Schinkel orientiert. Die evangelische Christuskirche wurde 1839 geweiht und steht heute unter Denkmalschutz. Sie wurde unter großen Mühen gebaut und durch Kirchen- und Hauskollekten mit Eigenmitteln der evangelischen Gläubigen finanziert.