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Pilgern mit den "Heilern am Wegesrand"

Pilgern mit den "Heilern am Wegesrand"

Alle Wegpunkte

Start: "Alte Kirche St. Meinolfus", Am Dorfteich 5, 33178 Borchen

Ziel: "Alte Kirche St. Meinolfus", Am Dorfteich 5, 33178 Borchen

Empfohlen für: Zu FußFahrrad

Länge: 10 km (Rundweg)

Dauer (Zu Fuß): ca. 3 Stunden reine Gehzeit

Dauer (Fahrrad): ca. 1 Stunde Fahrzeit

Schwierigkeitsgrad: Der Weg ist insgesamt nicht sehr anspruchsvoll und vorwiegend asphaltiert. Lediglich zwei kurze Teilstrecken sind Waldwege, die ebenfalls gut passierbar sind.

Beschreibung:

Der Rundweg ist in und um Dörenhagen angesiedelt, welches sich auf der Paderborner Hochfläche südöstlich von Paderborn befindet und zum Pastoralverbund Borchen gehört. Diese Gegebenheit sorgt dafür, dass sich während der Wanderung immer wieder ein phänomenaler Weitblick ergibt, der zum Innehalten und Gedanken schweifen lassen einlädt.
Der Weg beinhaltet pastorale Orte wie Kirchen, Wegekreuze, einen Kreuzweg und eine Kapelle ebenso wie eine malerische Landschaft, die die  Natur und ihre Kostbarkeiten zum Greifen bereit hält. Begleitet werden wir nämlich auf allen Wegen von den "Heilern am Wegesrand", wie Wolf-Dieter Storl (Ethnobotaniker aus dem Allgäu) die Kräuter ehrfurchtsvoll nennt. An den einzelnen Wegpunkten werde ich eine kleine Auswahl an Kräutern nennen, die bei einer Wanderung natürlich ausführlicher ausfallen kann und wo noch weitere Pflanzen mit einbezogen werden können.

Wegverlauf:

Der Weg beginnt an der "Alten Kirche" St. Meinolfus, Am Dorfteich 5 in Dörenhagen. Von dort aus geht es weiter Richtung Ortsmitte zur "Neuen Kirche" St. Meinolfus, Kirchborchener Straße 42.
Dort überquert man die Straße und biegt direkt die nächste rechts ab, in die Sonnenbergstraße. Hier steht etwas versteckt im Gebüsch ein erstes Wegekreuz.
Diese Straße geht man bis zum Ende und biegt kurz rechts ab auf die Sternstraße und sofort wieder links ab auf "Am Heg". Auch diesem Weg folgen wir bis zum Ende. Dort steht rechter Hand ein weiteres Wegekreuz, welches auch heute noch bei der Johanniprozession große Beachtung findet. Wir biegen rechts ab und gehen an der relativ stark befahrenen Kirchborchener Straße ca. zwei Kilometer entlang. Auf der Anhöhe ist die Kapelle zur "Hilligen Seele" bereits ausgeschildert. Wir biegen rechts auf den Weg ab. Dort beginnt direkt der Kreuzweg und wir werden erstmals mit einem Weitblick auf die malerische Landschaft belohnt. Der Kreuzweg führt direkt zur Kapelle "Hillige Seele".
Von dort geht es weiter Richtung Bildstock mit einem Mutter-Anna-Bildnis. Es geht weiter geradeaus, nach ca. fünfhundert Metern ist der Weg allerdings nicht mehr voll gepflastert, aber immer noch gut passierbar. Am Ende des Weges biegen wir links auf den "Gembrisweg" und erreichen nach weiteren 500 Metern die Marienstatue am Stern.
Von dort geht es auf dem Fußweg Richtung Haxtergrund ein paar Meter. Wir biegen an der nächsten Möglichkeit rechts in den "Querholz", einen Waldweg, ab. Diesem folgen wir, biegen in der Nähe der Schutzhütte nach rechts ab und kommen automatisch auf den Stapelsgrund. Diesen gehen wir weitere zwei Kilometer und biegen an der nächsten Gelegenheit links in den "Alter Hahnweg" ab. Wir passieren das Wegekreuz einer Familie und kommen letztlich wieder an der "Alten Kirche" an.

Autor/-in: Ellen Mihm

Mir liegt der Weg so am Herzen, da er direkt vor "der Haustür" ist und ich zumindest auf Teilabschnitten täglich unterwegs bin. Das liegt sicherlich zum einen an unserem Hund, dem ich das Interesse am Pilgern zu verdanken habe. Des Weiteren bin ich Kräuterfachfrau und habe festgestellt, dass die Natur als Heilungsort und Kraftquelle dient und somit ein Genuss für alle Sinne ist. Auch Hildegard von Bingen rückte die grünende Kraft sehr in den Fokus und nannte sie "viriditas", bei uns einfach mit "Grünkraft" übersetzt, meint dies jedoch im Grunde keine Farbe, sondern einen Grad der Lebendigkeit, der Kraft und Gesundheit. Für sie waren Natur und Pilgern bereits untrennbar miteinander verbunden und auch Gott ist als Schöpfer der Natur ohnehin stets dabei.

Kapelle zur "Hilligen Seele" Geborgen durch das Kraut der Schutzsuchenden

Die heutige Kapelle zur "Hilligen Seele" kann auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurückblicken. Sie war wohl bereits im frühen Mittelalter ein Wallfahrtsort der Kreuzverehrung. Noch davor handelte es sich wohl um eine germanisch-sächsische Gebetsstelle, deren spirituelle Gegebenheiten somit genutzt wurden. Auch sollen Wünschelrutengänger durch das Finden zweier Kraftadern dieses belegen. Eine soll sich unter dem Altar befinden und eine außerhalb der Kapelle.

Bildstock "Annabild" Kraft und Ausdauer durch das "Zipperleinskraut"

Das "Annabild" wurde 1956 von der Schützenbruderschaft Kirchborchen, Nordborchen und Dörenhagen erbaut. Dort zu sehen ist die heilige Anna mit ihrer Tochter Maria im Kindesalter. Sie ist somit die Großmutter Jesu und Patronin der Mütter, Hausangestellten und einiger Handwerksberufe und Bergleute.

Wegekreuz Kräuter befreien von unnötigem Ballast

Die Wegekreuze dienten zu früheren Zeiten vornehmlich dem Zweck der Orientierung für Bittprozessionen. Es wurde hier um das Gedeihen der Feldfrüchte gebetet. Diese Art der Prozession wurde 1970 abgeschafft. Es werden nun nur noch Prozessionen nach Himmelfahrt begangen, wie die Johanniprozession und die Agathaprozession. Lediglich ein Kreuz sticht heraus und wurde 1921 zum Andenken an einen gefallenen Sohn errichtet.